Über dieses Projekt
 

Vorwort

Mehr Planungssicherheit und Wettbewerbsvorteile durch den Einsatz effizienter Managementinstrumente – unter diesem Motto startet die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrheinwestfälischen Handwerks e.V. (LGH) gemeinsam mit fünf Handwerksorganisationen das Projekt Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung im Handwerk NRW. Ziel ist es, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes praxisnahe Hilfe bei der Bewältigung eines immer härteren Wettbewerbs zu geben. Immerhin arbeiten 1,2 Mio. Menschen von insgesamt rund sieben Mio. Beschäftigten in NRW in Handwerksbetrieben.

Diese werden in der Regel von ihren Inhabern geführt. Bei Betriebsgrößen mit durchschnittlich zehn Mitarbeitern werden den Unternehmern neben einer hohen fachlichen Qualifikation zunehmend betriebswirtschaftliche und organisatorische Fähigkeiten abverlangt. Um all diesen Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, sind Handwerksbetriebe in der Regel personell zu schwach besetzt. Daher sind sie auf die Unterstützung durch Handwerkskammern und Fachverbände angewiesen.

Damit die Unternehmer die von ihren Vertretungen angebotenen Informationen aber auch wirklich nutzen können, kommt es entscheidend auf die Qualität der angebotenen Erkenntnisse an. Theoretisches Wissen zum Thema Unternehmensplanung und -steuerung ist inzwischen allgemein verfügbar. Woran es bisher aber fehlt, sind Praxismodelle, die mit sinnvollen Ergebnissen in kleinen und mittleren Betrieben anwendbar sind. Diese Lücke schließt das Projekt Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung im Handwerk NRW.

Eine regelmäßige Dokumentation und Präsentation der Projektergebnisse wird sowohl die Beteiligten als auch die Öffentlichkeit über den jeweiligen Stand des Projekts informieren. Auf der Basis dieser Ergebnisse soll sich darüber hinaus ein systematischer Leitfaden für die effiziente Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung im nordrhein-westfälischen Handwerk entwickeln.

Düsseldorf, im Mai 2002

Franz-Josef Knieps
Vorsitzender
Dipl.-Geogr. Eva Wildförster
Geschäftsführerin
   
 

Ausgangssituation

Die rund 20 000 bis 25 000 Handwerksunternehmen in den Ziel-2-Regionen Nordrhein-Westfalens haben in der Vergangenheit einen maßgeblichen Beitrag zur Bewältigung des Strukturwandels geleistet. Sie werden ihren Anteil künftig jedoch nur dann aufrechterhalten und ausbauen können, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben und ihre Zahl weiter zunimmt. Dies ist vor dem Hintergrund einer zunehmenden Wettbewerbsintensität, struktureller Defizite in den Ziel-2-Regionen und den spezifischen Problemen von Handwerksbetrieben keineswegs selbstverständlich.

Einem härteren Wettbewerb sehen sich die Betriebe nicht nur aufgrund der Globalisierung und Liberalisierung der Gütermärkte ausgesetzt. Auch auf dem Finanzmarkt verschlechtern sich ihre Bedingungen. Denn mit dem voraussichtlich im Januar 2006 in Kraft tretenden „Basler Akkord“ werden alle Geschäftsbanken ihre Kreditvergabe an höhere Anforderungen knüpfen. Der Grund: Die Bonität ihrer Kreditnehmer wirkt sich dann auch auf die Kapitalkosten der Banken selbst aus. Sie werden daher für jedes Unternehmen ein bankinternes Rating erstellen. Damit wird die Bonität für Betriebsinhaber künftig zum entscheidenden Faktor dafür, ob sie überhaupt Finanzmittel erhalten und wenn ja, zu welchen Konditionen. Als wichtigstes Instrument zur Prüfung der Kreditwürdigkeit werden die Banken die betriebswirtschaftlichen Analysen, hier vor allem die Jahresabschlüsse, heranziehen. Unternehmer, die keine oder nur unzureichende Zahlen vorlegen können, müssen künftig mit massiven Finanzierungsschwierigkeiten rechnen.

 

Rating-Ansatz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

Bisher erfassen Handwerksunternehmer ihre betrieblichen Daten oft nur mit dem Ziel, steuerrechtlichen
Anforderungen zu genügen. Eine kontinuierliche und systematische Auswertung dieser Zahlen führen
die wenigsten Betriebe durch. Betriebliche Planungs- und Steuerungsmethoden werden nur selten angewandt. Dies liegt vor allem an der typischen Struktur der Klein- und Kleinstbetriebe. In der Regel laufen alle Fäden beim Unternehmer zusammen, der in Personalunion die fachliche Zuständigkeit hat und für alle betriebswirtschaftlichen Entscheidungen verantwortlich zeichnet. Meist fehlen Zeit und Kapazitäten für längerfristige strategische Weichenstellungen. Oder es mangelt an handwerksgerechten Verfahren, an entsprechendem Fachwissen bzw. an den nötigen finanziellen Mitteln. Um aber alle anstehenden Herausforderungen meistern zu können, müssen auch Handwerksunternehmer künftig verstärkt auf betriebswirtschaftliche Planungs- und Steuerungsverfahren zurückgreifen. Nach den derzeitigen Erfahrungen der Betriebsberater sind die Mittelständler mit dieser Aufgabe allein jedoch überfordert. Sie benötigen dringend Unterstützung, um diesen für den Erfolg eines Betriebs wesentlichen Funktionsbereich abdecken zu können. Im Rahmen eines vom Land NRW und der EU geförderten Projekts bietet die Landes Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) gemeinsam mit Projektpartnern aus der Handwerksorganisation
Hilfestellung an.

Nach einer systematischen Analyse der betrieblichen Ist-Situation werden die Unternehmer zusammen
mit den Beratern der Projektpartner die Anforderungen an die neuen Managementverfahren formulieren, daraus geeignete Maßnahmen ableiten und diese schließlich unter Mithilfe der Berater im Betrieb umsetzen. Auf diese Weise werden sie derzeit noch ungenutztes Rationalisierungspotenzial aktivieren und eine häufig dringend erforderliche betriebswirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens erreichen. Denn nur durch eine nachhaltige Steigerung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit können die Handwerksunternehmen weiterhin ihren Beitrag zum Strukturwandel in den Ziel-2-Gebieten leisten. Das bedeutet konkret: bestehende Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen.

 

 

Vorteile für Unternehmer und Handwerksbetriebe

Handwerksunternehmer, die ihre Entscheidungen nur „aus dem Bauch heraus“ treffen, werden dem steigenden Wettbewerbsdruck nicht lange standhalten können. Ohne zahlen- und computergestützte Planungen geht auch dem erfahrensten Inhaber auf Dauer der Überblick verloren. Hinzu kommt, dass Kreditgeber auch von außen erhöhte Anforderungen an die Unternehmen stellen. Spätestens bis 2006 müssen die Banken für jeden Kreditkunden ein Rating erstellt haben, das auf detaillierten betriebswirtschaftlichen Analysen basiert. Unternehmen, die bis dahin nicht in der Lage sind, kontinuierlich aussagefähiges Zahlenmaterial vorzulegen, werden entweder gar keinen Kredit mehr erhalten oder sie bekommen diesen nur zu hohen Kapitaldienstkosten.

Obwohl die Einführung einer wirkungsvollen Planung und Steuerung Zeit und Geld kostet, ist dies für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens eine dringend notwendige Investition. Betriebe, die am Projekt Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung im Handwerk NRW teilnehmen, stärken ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit, indem sie

 

  • unternehmerische Entscheidungen durch die systematische Nutzung von zielgerichteten Planungs- und Steuerungsverfahren absichern,
  • eine ergebnisorientierte Unternehmenssteuerung, einschließlich Kalkulation, einführen,
  • die Unternehmensentwicklung durch Ableitung aussagekräftiger Kennzahlen transparenter machen,
  • Erfolgspotenziale durch Soll-Ist-Vergleiche optimal erschließen,
  • Planungssicherheit für Investitionen schaffen,
  • Wachstumsschwellen überwinden,
  • eine Übersicht über aktuelle Entwicklungen bei der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital erhalten,
  • eine Gesprächsgrundlage für Verhandlungen mit Banken und Kreditgebern aufbauen,
  • ihre Kreditwürdigkeit untermauern,
  • Liquiditätsengpässe und Finanzierungsschwierigkeiten vermeiden.
   
 

Das Projekt

Projektziele

Oberstes Ziel des Projekts ist es, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Handwerksbetrieben in
den strukturschwachen Regionen Nordrhein-Westfalens zu stärken. Dies soll durch eine Sensibilisierung
der Unternehmer für die wichtigen Aufgaben der Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung geschehen. Am Ende des Projekts werden die Unternehmer in der Lage sein, derartige Verfahren
praktisch einzuführen und systematisch anzuwenden. Neben der Entwicklung und Einführung raxisbezogener
Verfahren zur internen Analyse zielt das Projekt aber auch auf einen externen Vergleich der betrieblichen Kennzahlen. Indem die ermittelten Daten und Auswertungen in die LGH-Betriebsvergleiche einfließen, geben sie den Unternehmern einen zusätzlichen Gradmesser an die Hand. Denn die Betriebsvergleiche können herangezogen werden, um eigene Schwachstellen zu erkennen und damit Ansatzpunkte zur Verbesserung zu finden. Als zusätzlichen Benefit erhalten alle am Projekt beteiligten Betriebe einen Geschäftsplan, aus dem Banken und Sparkassen die für ihr individuelles Rating benötigten Informationen entnehmen können.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich vorrangig an kleine und mittlere Handwerksunternehmen in den strukturschwachen, so genannten Ziel-2-Regionen Nordrhein- Westfalens. Insgesamt 40 Betriebe erhalten die Chance, an dem Projekt teilzunehmen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft der Unternehmer, die gemeinsam mit den Beratern erarbeiteten Strukturen umzusetzen sowie die entsprechenden Managementwerkzeuge einzurichten und zu nutzen.

Projektdurchführung

Träger des Projekts Unternehmensplanung und Unternehmenssteuerung im Handwerk NRW ist die

Landes-Gewerbeförderungsstelle des
nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)
Auf´m Tetelberg 7, 40221 Düsseldorf, Tel.: (02 11) 3 01 08-14


Sie hat auch die Projektleitung übernommen. Die Projektdurchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit
mit fünf Partnerorganisationen, die dafür erfahrene Betriebsberater zur Verfügung stellen:

Handwerkskammer Dortmund
Reinoldistr. 7-9, 44135 Dortmund, Tel.: (02 31) 54 93-0
Handwerkskammer Düsseldorf
Georg-Schulhoff-Platz 1, 40221 Düsseldorf, Tel.: (02 11) 87 95-0
Handwerkskammer Münster
Bismarckallee 1, 48151 Münster, Tel.: (02 51) 52 03-0
Fachverband Holz und Kunststoff Nordrhein-Westfalen
Kreuzstr. 108-110, 44137 Dortmund, Tel.: (02 31) 91 20 10-0
Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen
Ruhrallee 12, 45138 Essen, Tel.: (02 01) 8 96 47-0


Die Betriebsberater der fünf Projektpartner betreuen jeweils acht Betriebe. Ziel dieser Betreuung ist es,
u.a. ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Controlling-Verfahren zu konzipieren und einzuführen. Darüber hinaus werden die rund 25 000 Handwerksbetriebe im Ziel-2-Gebiet durch eine zielgerichtete
Öffentlichkeitsarbeit auf die Bedeutung des Themas Unternehmensplanung und -steuerung aufmerksam
gemacht. Die Projektdokumentation soll es schließlich allen Betrieben ermöglichen, von den erarbeiteten Ergebnissen zu profitieren. Das Projekt ist insgesamt auf drei Jahre angelegt. Es begann Mitte 2001 und endet voraussichtlich Ende 2003.

 

Projektträger:

Landes-Gewerbeförderungsstelle
des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)

Auf’m Tetelberg 7, 40221 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 3 01 08-14, Fax: (02 11) 3 01 08-11
Internet: www.lgh.de, E-Mail: douvos@lgh.de

Geschäftsführer: Dipl.-Geogr. Eva Wildförster (Geschäftsführerin)
Projektleitung: Dipl.-Kfm. Heiner Schlichtherle
schlichtherle@lgh.de
Projektkoordination: Dipl.-Kfm. Georg Douvos
douvos@lgh.de
Projektbezogene
Sachbearbeitung:
Monika Schwerdt
schwerdt@lgh.de

Projektpartner:

Handwerkskammer Dortmund
Reinoldistr. 7-9, 44135 Dortmund, Tel.: (02 31) 54 93-0
Handwerkskammer Düsseldorf
Georg-Schulhoff-Platz 1, 40221 Düsseldorf, Tel.: (02 11) 87 95-0
Handwerkskammer Münster
Bismarckallee 1, 48151 Münster, Tel.: (02 51) 52 03-0
Fachverband Holz und Kunststoff Nordrhein-Westfalen
Kreuzstr.108-110, 44137 Dortmund, Tel.: (02 31) 91 20 10-0
Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen
Ruhrallee 12, 45138 Essen, Tel.: (02 01) 8 96 47-0



Gefördert mit Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union (EFRE).

   
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